Rund um 5,8Ghz

Erst seit FPV ist 5,8 Ghz in den Modellbau eingezogen. Das hat natürlich seine Gründe:

Damit keine Empfangsstörungen im Modell auftreten nimmt man eine Frequenz die weit genug von der normalen Flugfrequenz entfernt ist. Da man idR ein Videosignal vom Modell aus zum Piloten sendet und gleichzeitig die Steuersignale vom Piloten im Modell empfängt, wären hier Überlagerungen ungünstig.

Bei 2,4 Ghz darf in Deutschland mit 10mW gesendet werden. Das reicht für das Steuern eines Modells gut aus.

Bei 5,8 Ghz darf in Deutschland schon mit 25mW gesendet werden. Jetzt könnte man denken das man damit eine höhere Reichweite erreicht. Das ist leider nicht der Fall. Vereinfacht erklärt: Bei 5,8Ghz ist die Frequenz (Anzahl der Wellen) höher, zugleich aber der Wellenlänge (also der Abstand) geringer. Somit sind mehr Wellen für die gleiche Reichweite nötig. Vergleichbar wenn der Nachbar die Musik lauf aufdreht, dann hört man in der eigenen Wohnung meist nur den niederfrequenten Bass eines Schlagzeuges. Eine Gitarre, Flöte oder ähnliches hört man fast gar nicht.

Wellenlänge.png

Der Flaschenhals eines guten Empfangs sind oftmals die Antennen. Hier ist oftmals noch einiges an Potenzial rauszuholen. Wenn man sich nicht von falschen Werten täuschen lässt....

Eine Antenne kann nicht mehr Leistung abgeben als wie ihr zugeführt wird!!

Der Isostrahler dient immer als Vergleich für Antennengewinne. Sie ist eine theoretische aber perfekte Antenne, die die Strahlung kugelförmig in alle Richtungen gleich stark abgibt. Diese Antenne hat 0 dBi (= Faktor 1).

Antennengewinn dBi: Wird die Strahlung einer Antenne in eine gewünschte Richtung konzentriert, dann spricht man von einem Antennengewinn. Der Antennengewinn sagt aus, wieviel mal stärker in gewünschter Richtung "gestrahlt" wird, immer im Vergleich zum Isostrahler. Das bedeutet aber auch, wieviel die Antenne in die eine Richtung stärker strahlt, strahlt sie in anderer Richtung schwächer! Die Leistung bleibt jedoch gleich!
-> 3 dBi bedeutet die doppelte Verstärkung

-> 6 dBi bedeutet die 4-fache Verstärkung
-> 9 dBi bedeutet die 8-fache Verstärkung
-> 12 dBi bedeutet die 16-fache Verstärkung

Die Angaben für den Antennegewinn berücksichtigen oftmals nicht das Kabel. Dünne Kabel, lange Kabel oder auch minderwertige Kabel reduzieren hier den Gewinn.


Öffnungswinkel: Damit ist der Winkel der Strahlungsabgabe/aufnahme gemeint. Die Verstärkung bzw. der Antennengewinn wirkt nur in diesem Bereich da die Strahlung in diesen Berich konzentriert wird. Somit haben Antennen mit einem hohen dBi auch kleine Öffnungswinkel. Vergleichbar ist das mit einer fokusierbaren Taschenlampe.
 

Frequenztabelle.png

Leider dürfen nicht alle Frequenzen in Deutschland genutzt werden:

Was ist das Raceband?

Viele Piloten schwören auf das Raceband, jedoch aus technischer Sicht bringt für Wald und Wiesenflieger keine großen Vorteile. Es sind in Deutschland im Raceband (Band 4, R) nur 4 Frequenzen erlaubt.

Jeder Sender streut etwas in seiner Sendefrequenz, teils über 4-5 Kanäle, und teils je nach abgebender Leistung. Hochwertige Sender streuen weniger als die günstigen Chinastrahler. Fliegen gleichzeitig mehrere Piloten mit streuenden Sender, kann es zu Interferenzen (also Überlagerungen und somit Störungen) kommen. Hier hat das Raceband den Vorteil das die Kanäle weiter auseinander sind (Abstand 37 Mhz).

Die beste Lösung gegen Interferenzen ist mit den Frequenzen so weit wie möglich auseinander zu liegen. Jedoch hat die erste erlaubte Frequenz nicht den Kanal A1 und die nächste dann A2 oder B1. Die Kanalnummern sind nicht parallel zu den Frequenzen. In folgender Tabelle sieht man dies ganz gut, ausserdem lässt sich der Frequenzabstand zwischen den Piloten ablesen und kann entsprechend eingestellt werden. Je mehr Piloten, desto kleiner wird der Abstand zueinander.

Frequenztabelle Piloten.png